Unsere Schule

Das Projekt der Europäischen Schule Straßburg

Der Zusammenhang


Die Europäische Schule Strasbourg ist die Frucht einer langjährigen und beispielhaften Zusammenarbeit zwischen dem Oberschulamt Strasbourg, der Stadt Strasbourg, dem Generalrat des Département du Bas-Rhin und der Region Alsace.


Sie basiert auf dem Status, den Straßburg als europäische Hauptstadt seit 1948 innehat, sowie auf der Niederlassung des Europarates. Ausschlaggebend für die jetzige Stellung Straßburgs innerhalb Europas ist, nach der Ansiedlung weiterer europäischer und internationaler Einrichtungen, die Niederlassung des Europäischen Parlaments sowie des Europäischen Bürgerbeauftragten.
Um diese Aufwärtsentwicklung zu unterstützen, musste die Stadt Straßburg ein erzieherisches Modell anbieten, das den Erwartungen der europäischen und internationalen Beamten sowie der Diplomaten im Hinblick auf die Erziehung ihrer Kinder entspricht. Obwohl das internationale Bildungsangebot im Großraum Straßburg u. a. dank der Existenz der „Sections Internationales" des französischen Bildungssystems sehr reichhaltig ist, fehlte ein Schulmodell, das sich an den internationalen Kriterien orientiert und somit in der Lage ist, ein internationales Publikum anzuziehen, das seinen Kindern, unabhängig davon, in welchem Land der Europäischen Union sie jeweils leben, eine pädagogische Kontinuität während der gesamten Schulzeit bietet.

Eine Schule des Typus 2


Das französische Unterrichtsministerium hat sich für das pädagogische Modell der Europäischen Schulen entschieden. Dieses Modell wurde Ende 2006 durch den Oberen Rat der Europäischen Schulen (CSEE) beschlossen. Nach dieser Entscheidung ist es nun möglich, „Schulen des Typus 2" zu gründen, deren pädagogisches Modell den 14 „ Schulen des Typus 1" entspricht. Im Gegensatz aber zu den „Schulen des Typus 1" untersteht die Verwaltung der „Schulen des Typus 2" dem Gastland.

Das pädagogische Modell


Das 1953 ins Leben gerufene pädagogische Modell der Europäischen Schulen hat sich bewährt und erfüllt heute in einzigartiger Weise die erzieherischen Erwartungen von Eltern, die darum bemüht sind, mit ihren Kindern ihr Engagement für Europa zu teilen.


So lautet der Grundsatz dieses Modells :


"Zusammen erzogen, von Kindheit an von den trennenden Vorurteilen unbelastet, vertraut mit , was groß und gut in den verschiedenen Kulturen ist, wird ihnen, während sie heranwachsen, in die Seele geschrieben, dass sie zusammengehören. Ohne aufzuhören, ihr eigenes Land mit Liebe und Stolz zu betrachten, werden sie Europäer, geschult und bereit, die Arbeit ihrer Väter vor ihnen zu vollenden und zu verfestigen, um ein vereintes und blühendes Europa entstehen zu lassen."


Basierend auf einem multikulturellen Ansatz, einer breiten Öffnung zu den Sprachen sowie der Autonomie des Kindes und dem Engagement der Eltern in der Schule entsteht ein vollständiges Curriculum von der Vorschule bis zum hochwertigen Europäischen Abiturzeugnis. Das Europäische Abitur ist in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie auch in einigen anderen Ländern als Zulassung zum Hochschulstudium anerkannt.

Das Straßburger Projekt


Das Straßburger Projekt wurde bei der Sitzung des Oberen Rates der Europäischen Schulen (CSEE) vom 14. bis zum 16. April 2008 in Helsinki einstimmig befürwortet. Es bedarf noch der Bewilligung der Inspektionsausschüsse der Europäischen Schulen, die zu diesem Zweck ein Audit der Schule am Anfang des zweiten Trimesters ihres Bestehens durchführen werden. Diese Bewilligung muss danach alle 2 Jahre neu ausgesprochen werden.

Grundprinzipien und Zielvorstellungen

Zielvorstellungen


Ziel ist es,

  •  den Schülern Vertrauen in ihre eigene kulturelle Identität zu geben - Grundlage ihrer Entwicklung zu Europäern ;
  •  ihnen eine solide Allgemeinbildung zu vermitteln, aufgebaut auf einem breiten Fächerangebot vom Kindergarten bis zur Hochschulreife ;
  •  ein hohes Niveau in der Muttersprache wie auch in den Fremdsprachen zu erreichen ;
  •  das Wissen in Mathematik und in Naturwissenschaften während der gesamten Schulzeit zu fördern ;
  •  in jedem Bereich und insbesondere in den Humanwissenschaften eine europäische und globale Einstellung zu fördern ;
  •  die Kreativität in Musik und darstellender Kunst zu unterstützen und eine Wertschätzung des großen kulturellen Erbes der europäischen Zivilisation zu vermitteln ;
  •  sportliche Fähigkeiten zu entwickeln und den Schülern und Schülerinnen eine gesunde Lebensführung durch die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten sowie Freizeitaktivitäten nahe zu bringen ;
  •  die Schüler und Schülerinnen durch erfahrene Berater bei der Wahl ihrer Fächer und in den letzten Jahren der Sekundarstufe bei den Entscheidungen ihrer Berufs- oder Studienwahl zu unterstützen ;
  •  Toleranz, Zusammenarbeit, Kommunikationsbereitschaft und Interesse innerhalb der Schulgemeinschaft sowie darüber hinaus zu verstärken ;
  •  die persönliche, soziale und akademische Entwicklung der Schüler und Schülerinnen zu unterstützen und sie auf die nächste Etappe ihres Bildungsprozesses vorzubereiten.

Grundprinzipien


Vor dem Hintergrund der oben genannten Zielsetzungen beruht der pädagogische Aufbau der Schule auf folgenden Grundsätzen :
Die Hauptfächer werden in den offiziellen Sprachen der Europäischen Union unterrichtet. Die Muttersprache des Schülers oder der Schülerin(L1) bleibt also seine/ihre erste Sprache während der gesamten Schulzeit.


Deshalb gibt es an jeder Schule verschiedene Sprachabteilungen, aber die Fächeraufteilung und die Lehrpläne sind (ausgenommen in der Muttersprache) in allen Abteilungen gleich.


An den Schulen, in denen die Gründung einer eigenständigen Sprachabteilung nicht möglich ist, wird auf Beschluss des Obersten Rates für die Schüler(innen), für die es keine eigene Sprachabteilung gibt, ein Unterricht in der Muttersprache und wenn möglich ein Unterricht der Mathematik in der Muttersprache gewährleistet. Um die Schulgemeinschaft zu fördern und eine echte multikulturelle Erziehung zu unterstützen, wird besonderes Gewicht auf das Erlernen, Verstehen und Benutzen fremder Sprachen gelegt. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Mittel eingesetzt :

  •  Der Unterricht in einer ersten Fremdsprache (Deutsch, Englisch oder Französisch, bezeichnet als L II) ist Pflichtfach von der ersten Klasse der Grundschule an bis zum Abitur.
  •  Alle Schüler(innen) müssen mit Beginn der zweiten Klasse der Sekundarstufe eine zweite Fremdsprache erlernen (L III). Jede der in der Schule angebotenen Sprachen kann gewählt werden.
  •  Von der vierten Klasse der Sekundarstufe an können die Schüler eine dritte Fremdsprache (L IV) erlernen. Jede der in der Schule angebotenen Sprachen kann gewählt werden.
  •  Die Sprachklassen setzen sich aus Schülern(innen) unterschiedlicher Nationalität zusammen und werden von einer Lehrkraft unterrichtet, die diese Sprache als Muttersprache spricht.
  •  In der Grundschule bringt eine sog. "Europäische Stunde" pro Woche Kinder aus allen Sprachabteilungen zu Spielen, kulturellen oder künstlerischen Tätigkeiten zusammen.
  •  In der Sekundarstufe sind die Klassen in Kunst, Musik und Sport immer aus Schülern(innen) unterschiedlicher Sprachabteilungen zusammengesetzt.
  •  Von der dritten Klasse der Sekundarstufe an werden Geschichte und Geographie in der ersten Fremdsprache des(der) Schülers(in) (Deutsch, Englisch oder Französisch) unterrichtet, die auch als Hauptsprache bezeichnet wird. Der Unterricht in Wirtschaftskunde, der von der vierten Klasse der Sekundarstufe an als Wahlfach angeboten wird, wird ebenfalls in einer der Hauptsprachen erteilt. All diese Fächer werden von der dritten Klasse der Sekundarstufe an in Gruppen von Schülern unterschiedlicher Nationalität unterrichtet.
  •  Schließlich vereinfacht die tägliche Begegnung auf dem Schulhof, in den Fluren und Pausenräumen das Erlernen von Fremdsprachen und fördert das Verständnis dafür, dass die Nutzung dieser Sprachen nicht nur notwendig, sondern auch ganz natürlich ist.


An allen Europäischen Schulen werden die individuellen Glaubensbekenntnisse und persönlichen Überzeugungen respektiert. Religionsunterricht und Unterricht in nicht-konfessioneller Moral sind Bestandteil des Lehrplans.

Organisation des Unterrichts

Die Vorschule


In der Vorschule, in der Kinder ab vier Jahren aufgenommen werden, steht die Entwicklung aller Fähigkeiten der Kinder als Zielsetzung. Interpretatives und programmiertes Lernen ist vorgesehen, doch man geht davon aus, dass im Kindergarten bewusst gefördertes Spiel im Vordergrund zu stehen hat.
Die Europäische Schule legt großen Wert auf die Entwicklung der körperlichen, psychologischen, sozialen, emotionalen und schöpferischen Aspekte, die alle zum Erfolg und zum Wohlbefinden des Kindes in der Schule beitragen.


Die Primarstufe


Dieser Zyklus umfasst 5 Jahre. In der Grundschule steht der Unterricht in der Muttersprache, in Mathematik und in der ersten Fremdsprache im Mittelpunkt, aber Kunst, Musik, Entdeckung der Welt und Religion/Moral sind wichtig wie auch die europäischen Stunden, in denen gemischte Nationalitäten sich zu verschiedenen Aktivitäten mischen.

Die Sekundarstufe

  • Die siebenstufige Sekundarstufe gliedert sich folgendermaßen :
  •  In den ersten drei Jahren belegen die Schüler einen gemeinsamen Lehrplan, der als Beobachtungsstufe bezeichnet wird. Die meisten Fächer werden in der Muttersprache unterrichtet. Allerdings müssen die Schüler in der zweiten Klasse mit der Erlernung einer zweiten Fremdsprache (LIII) beginnen. Im dritten Jahr werden die Schüler in Geschichte und Geographie in ihrer „Arbeitssprache"(LII) unterrichtet. Latein wird fakultativ in der dritten Klasse angeboten.
  •  In der vierten und fünften Klasse sind die Pflichtfächer in den integrierten Wissenschaften unterteilt in Physik, Chemie und Biologie. Die Schüler können zwischen intensiv- oder Grundkurs in Mathematik wählen. Weitere Wahlmöglichkeiten sind Wirtschaftskunde, eine dritte Fremdsprache (LIV) und Altgriechisch.
  •  Die sechsten und siebten Klassen bilden eine Einheit und führen zum Abitur. Auch wenn eine Reihe von Pflichtfächern vorgeschrieben sind (Muttersprache, LII, ein naturwissenschaftliches Fach, Philosophie, Sport, Geschichte und Geographie), haben die Schüler(innen) ein breites Spektrum an weiteren Wahlmöglichkeiten, wobei sie zusätzlich unter zweistündigen, vierstündigen oder sog. Vertiefungskursen wählen können.

Das Europäische Abitur


Der Besuch der Sekundarschule wird zu Ende der siebten Klasse durch die europäische Abiturprüfung abgeschlossen. Das Abiturzeugnis wird in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie auch in einigen anderen Ländern anerkannt.


In allen Sprachabteilungen wird der Prüfungsausschuss von einem Universitätsprofessor geleitet und setzt sich aus Prüfern aus den Ländern der Union zusammen. Sie werden jährlich vom Obersten Rat ernannt und müssen dieselben Voraussetzungen erfüllen, die in ihren Heimatländern für die Zulassung zu einem gleichwertigen Prüfungsausschuss gelten.

Die Elternvereinigung


Sie spielt eine wichtige Rolle in den verschiedenen Ausschüssen und Arbeitsgruppen der Europäischen Schulen. Die Wünsche und Anregungen der Elternschaft zu organisatorischen Fragen der Schule werden über ihre gewählten Vertreter an den Verwaltungsrat und den Erziehungsausschuss weitergeleitet.

Außerschulische Aktivitäten


In Zusammenarbeit mit den Elternvereinigungen organisieren die einzelnen Schulen ein breites Angebot an Aktivitäten während der Mittagszeit und an den freien Nachmittagen. Die Angebote sind abhängig von den Interessen der Kinder, den Aktivitätsangeboten und dem Einsatz der einzelnen Lehrkräfte und den Wünschen der Eltern. Angeboten werden Aktivitäten in Sport, Musik, Theater, Kunst, Handwerk, Photographie und Naturwissenschaften ...